Daniela Dröscher

Die westdeutschen Mittelschichts-Väter der 1980er Jahre liebten Autos, Anzüge und Averna. Ihre Vorbilder waren Monaco Franze, Gerd Müller und James Bond. Diese Männer sind zu Patriarchen sozialisiert worden, sie sind jedoch auch Kinder einer jungen BRD und klassische (Bildungs-)Aufsteiger. Die mit dem Klassenwechsel verbundenen Phänomene der Parkettunsicherheit und Protestmännlichkeit sind für Daniela Dröscher der Punkt, um mit ihrem eigenen Vater in den Dialog zu treten. Sie fragt: Was genau hat den Vater für sie, die Tochter, zum Sinnbild gesellschaftlicher Macht werden lassen? In welche Fremd- und Selbstbilder hat er sich dabei verstrickt?

Der soziofiktionale Essayfilm Lügen über unsere Väter identifiziert vier fundamentale ›Lügen‹ wie z.B.: 1. Mein Vater ist ein Abenteurer, 2. Mein Vater ist ein self-made-man .... In einem filigranen Tastprozess dekonstruiert Daniela Dröscher diese Erzählungen - nicht zuletzt auch, um ihr eigenes Verhältnis zu gesellschaftlicher Macht zu hinterfragen. „Um die Herrschaft der Väter zu beenden, muss ich zuallererst einmal die Herrschaft des einen Vaters beenden. Die Macht des eigenen Vaters über mein Leben? Oder nicht?“

 

Wir zeigen einen Arbeitsstand des Films Lügen über unsere Väter, der vom 09. bis zum 15. Dezember (23.58 Uhr) hier zu sehen ist.

 

Von: Daniela Dröscher | Künstlerische Animation: Marc Bausback | Dramaturgie: Jenny Bohn (CfL) | Sound/Musik: Conrad Rodenberg | Produktionsleitung: ehrliche arbeit - freies Kulturbüro. | Übersetzung: Tyler Langendorfer | Sprachaufnahmen: MooEntertainment Leitung: Leon Stiehl | Postproduktion: Laura Kansy

 

Lügen über unsere Väter von Daniela Dröscher in Kooperation mit Burg Hülshoff – Center for Literature wurde gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR. #TakeAction #TakeThatNeustart Dank an das Künstlerhaus Lukas.

 

daniela droescher